Frauen in der Renaissance
Schlossrundgänge zum Jahresthema KUNSTPOLITIK mit Astrid Heiland-Vondruska und Kathrin Külow im Jagdschloss Grunewald
22. Februar 26 um 11 Uhr:
Frauenpower I - Die Kunst der Repräsentation - Mode um 1500
8. März 26 um 11 Uhr
Frauenpower II - Frauen(t)räume, Frauenmacht, Ideale und Wirklichkeiten um 1500
10. Mai 26 um 11 Uhr
4. Juli 26 um 11 Uhr
Frauenpower IV - Pflanzen, Tränklein, ApothekeWeibliche Arzneikunde im Haus und am Hof
Für Alle Rundgänge gilt:
Tickets: 12 Euro / ermäßigt 10 Euro
Tickets online unter schloss-grunewald.reservix.de oder an der Schlosskasse im Café
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Jagdschloss Grunewald ,
Hüttenweg 100 (am Grunewaldsee)
14193 Berlin
Treffpunkt: Schlosskasse im Café. Der Rundgang findet im Schlossgarten statt.
22. Februar 26 um 11 Uhr:
Frauenpower I - Die Kunst der Repräsentation - Mode um 1500
Mit Kleidung auffallen? Einen Modetrend kreieren? Das war vor 500 Jahren nicht anders. Männer wie Frauen wollten durch ausgesucht teure oder besondere Kleidung auffallen. Die städtischen Obrigkeiten erließen Kleiderordnungen, um der Verschwendung Einhalt zu gebieten.
Anhand ausgewählter Cranach-Gemälde wird der Mode in der frühen Neuzeit nachgespürt. Mitgebrachte Beispiele von Bekleidungsbestandteilen geben einen Einblick in Kleidung und Kleidungsschichten dieser Zeit.
8. März 26 um 11 Uhr
Frauenpower II - Frauen(t)räume, Frauenmacht, Ideale und Wirklichkeiten um 1500
Egal, ob Fürstin, Adlige oder Bürgerin in einer der Handelsstädte – in der frühen Neuzeit waren Ehefrauen immer auch die Stellvertreterinnen ihrer Männer, allerdings nur in deren Abwesenheit. Dann konnten sie in einem festgesetzten Rahmen Entscheidungen für das Land oder die Werkstatt treffen. Ohne ihre Mithilfe, ihr Geschick und ihre Klugheit im Umgang mit Menschen und Geld wären viele Männer auf der Strecke geblieben.
Ausgehend von den in der Ausstellung gezeigten Porträts brandenburgischer Kurfürstinnen und Markgräfinnen fragen wir nach Erwartungen und Pflichten einer Fürstin am Hof und beleuchten Aspekte des weiblichen Alltags auf dem Land und in der Stadt – nicht nur in Brandenburg.
10. Mai 26 um 11 Uhr
Wer im 16. Jahrhundert erkrankte, ging nicht zum Arzt. Studierte Ärzte praktizierten ausschließlich in den Städten und an den fürstlichen Höfen.
Mit Brüchen, Verrenkungen und offenen Wunden suchten die Bürger besser den Wundarzt oder den Bader auf, denn diese kannten sich in der praktischen Medizin besser aus als ein Arzt. In Stadt und
Land praktizierten auch kräuterkundige Heilerinnen und Heiler, die sich auf unterschiedliche Beschwerden spezialisierten. Ihre Methoden beschränkten sich auf Räucherungen mit Kräutern,
Handauflegen und Besprechen. Auch Kräutertinkturen oder Salben kamen zum Einsatz. Neben den Menschen behandelten einige auch das erkrankte Vieh.
Schwierig wurde es, wenn die Kur nicht anschlug oder das Leiden sich verschlimmerte. Kamen dann noch nachbarschaftliche Streitigkeiten hinzu, konnte die Betreffende sehr schnell von der weisen
zur bösen Frau werden. Da das Wissen um die Heilung von Krankheiten von der Mutter an die Tochter weitergegeben wurde, geriet rasch eine ganze Familie in Verdacht Hexerei zu betreiben. Auch die
Herkunft aus einer anderen Stadt oder dem Nachbardorf konnte verdächtig machen. Krankheiten, Viehseuchen und extreme Wetterlagen führten die Menschen in der frühen Neuzeit auf das Wirken von
Hexen und Zauberern zurück. Martin Luther war da keine Ausnahme.
Der Rundgang findet im Schlossgarten statt. Vor Ort werden einzelne Heilpflanzen vorgestellt, Sie erfahren aber auch, was in die Hexensalbe kommen muss, damit es denn klappt mit dem Flug zum
Brocken.
In der Alten Küche können Sie einige Kräuter probieren und sich selbst einen Tee zusammenstellen.
Foto: Mit freundlicher Genehmigung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg von G. Janssen
4. Juli 26 um 11 Uhr
Frauenpower IV - Pflanzen, Tränklein, ApothekeWeibliche Arzneikunde im Haus und am Hof
Auch vor 500 Jahren übernahmen meist die Frauen die Pflege der Kranken. Jede Ehefrau hatte eine Hausapotheke mit Rezepten bewährter Arzneien, die von den Müttern an die Töchter weitergegeben
wurden – genauso wie die Küchengeräte. Studierte Ärzte überließen den praktischen Teil der Krankenbehandlung den Wundärzten und Badern. Wie auch der Henker hatten diese lange Zeit die
besseren Kenntnisse in der Anatomie. Geburt und Wochenbett waren bis in das 18. Jahrhundert ausschließlich Frauensache.
Im 16. Jahrhundert befassten sich viele adlige Frauen mit Kräuterkunde und der Herstellung von Arznei. Die Tätigkeit wurde auch in der Gesellschaft geschätzt. Die Kurfürstin Katharina von
Brandenburg (gest. 1602) begründete in der Tradition ihrer Mutter eine Apotheke, die im Berliner Schloss untergebracht war und die Armen kostenlos mit Arzneien versorgte.
Die Führung führt durch den Schlossgarten sowie ausgewählte Bereiche der Ausstellung im Schloss. Im Garten werden einzelne Heilkräuter vor Ort vorgestellt. Zum Abschluss der Führung können in
der Alten Küche ausgewählte Kräuter probiert und ein Kräutertee selbst zusammengestellt werden.
Geboren am 12. Januar 1628 in Paris.
Perrault war Finanzbeamter und stieg zu einer Art obersten Kulturbeamten am Hof Louis XIV, des Sonnenkönigs auf! Er betätigte sich auch als Literat und war gern gesehener Gast in den Pariser Salons, und auch bei Hofe!
Berühmt bis heute wurde er durch seine Märchen! Er veröffentlichte sie 1995 unter dem Titel: "Contes de ma mère l’Oye - Märchen meiner Mutter Gans" Mit Mutter Gans bezog
er sich auf die Mythische Mutter Karls des großen und unterstrich damit das es sich um uralte Erzählungen handelt.
Gewidmet war die Sammlung "Madame de la C...", hinter welcher sich die Nichte des Königs, Élisabeth Charlotte d’Orléans, verbirgt.
Mit dieser Sammlung löste er in den Salons eine "Feenmärchenmode" aus. Zahlreiche Hofdamen sammelten oder schrieben darauf Märchen, so das sich auch nach seinem Tod 1703 die Sammlung bis in die Mitte des 18. Jahrunderts Fortsetzte.
In seiner Sammlung finden sich Märchen wie: "Le petit chaperon rouge - Rotkäppchen",
"Le Maître Chat ou le Chat botté - der
gestiefelte Kater", "Cendrillon ou la Petite pantoufle de verre - Aschenputtel" und viele mehr, welche uns heute auch wohl bekannt
sind! Auch die Motive des unten (am Ende dieses Artikels) stehenden Märchen mögen
dem ein oder anderen sehr bekannt vorkommen!
Märchen: „...Und was mir an seiner schlichten Anmut noch gefällt, ist, dass es Unterhaltung und Vergnügen bringt, ohne dass Mutter, Gatte oder Beichtvater irgendein Fehl darin entdecken könnten. "
Charles Perrault, 1695
Als historisches Ensemble, widmen auch wir uns immer wieder den barocken Märchen, und bringen sie mit Musik und Tanz auf die Bühne! Im Jahr 2022 waren wir mit dem Märchen "die törichten Wünsche" von Charles Perrault unterwegs:
Es war einmal eine Witwe, die hatte zwei Töchter. Die ältere glich an Gesicht und Charakter so sehr ihrer Mutter, daß man sogleich denselben Ton erkannte. Beide, Mutter und Tochter, waren gleich unausstehlich und gleich hochmütig und eingebildet. Die jüngere hingegen glich ganz ihrem seligen Vater, der zu gut und zu brav gewesen, um es lange an der Seite seiner Gattin auszuhalten, und der sich darum beizeiten vor ihr in die Erde geflüchtet. Da böse Leute nur ihresgleichen lieben, so liebte die Mutter auch nur ihre ältere Tochter, während sie die jüngere nicht riechen konnte. Diese mußte in der Küche essen und für beide arbeiten, als wäre sie ihre Magd. Unter anderem mußte das arme Mädchen täglich zweimal eine halbe Stunde weit laufen, um frisches Wasser zu holen, und immer mußte der große Krug voll sein bis zum Rande.
Eines Tages, da sie wieder am Brunnen war, kam eine alte Frau daher, die sie um einen Trunk Wasser bat. »Gern, gern, mein gutes Mütterchen«, rief das Mädchen, spülte den Krug aus, schöpfte an der klarsten Stelle des Brunnens und hielt den Krug, während die Alte ihren Durst stillte. Nachdem sie getrunken, sagte die Alte, welche, im Vertrauen gesagt, eine Fee war und sich nur so verkleidet hatte, um die Herzensgüte des Mädchens zu prüfen, sie sagte also: »Mein Kind, du bist so schön, gut und lieb, daß ich dir mit Vergnügen ein Geschenk machen will. Dies Geschenk besteht darin, daß jedes Wort, das du von nun an sprechen wirst, als eine Blume oder als ein Edelstein aus deinem Munde hervorkommen soll.«
Als sie nun nach Hause kam, zankte sie die Mutter, daß sie so lange ausgeblieben.
»Ich bitte dich um Verzeihung, meine Mutter«, sagte das Mädchen, »daß ich so spät komme« – und siehe da, wie sie das sagte, kamen aus ihrem Munde zwei Rosen, zwei Perlen und zwei große Diamanten hervor.
»Was seh ich!« rief die Mutter erstaunt, »ich glaube gar, sie spricht Perlen und Diamanten! Wie kommt das, mein Kind?« – Es war das erstemal in ihrem Leben, daß sie sie »mein Kind« nannte. – Das gute Mädchen erzählte ganz einfach und aufrichtig, was ihr begegnet war, und während sie erzählte, quollen eitel Perlen und Diamanten aus ihrem Munde.
»Das ist ja wunderbar«, rief die Mutter, »da muß gleich auch meine Tochter hin. Sieh mal, Suse, was da aus dem Munde deiner Schwester hervorkommt! Würde dir eine solche Eigenschaft nicht besser passen? Du darfst nur an den Brunnen gehen und Wasser schöpfen, und wenn ein altes Weib kommt und dich um einen Trunk bittet, höflich zu trinken geben.«
»Wahrhaftig«, antwortete die ältere, »das würde sich schön für mich schicken, an den Brunnen zu gehen!«
»Aber ich will es«, schrie die Mutter, »und du gehst sogleich.«
So ging sie denn, aber immer brummend, und die schönste silberne Kanne hatte sie mitgenommen. Am Brunnen stehend, sah sie eine prachtvoll geputzte Dame aus dem Walde herankommen, die sie um einen Trunk Wasser bat. Es war das, wie man leicht errät, dieselbe Fee, die ihrer guten Schwester erschienen war und welche jetzt in Gestalt einer Prinzessin auftrat, um zu sehen, wie weit die Unart der bösen gehen werde.
Diese antwortete, wie zu erwarten stand: »Bin ich deshalb hierhergekommen, um Euch zu bedienen? Freilich, man nimmt silberne Krüge ganz besonders für die fremde Frau mit! Wie? Meinetwegen trinket, wenn Ihr wollt. Es ist Wasser genug da.«
»Ihr seid nicht höflich, mein Kind«, sagte die Fee gelassen. – »Nun denn, weil Ihr so wenig zuvorkommend seid, beschenke ich Euch mit der Gabe, daß jedes Wort, das Ihr sprechet, aus Eurem Munde als Schlange oder Kröte hervorkomme.«
Sobald ihre Mutter sie erblickte, rief sie ihr entgegen: »Nun, meine Tochter, wie ist's?«
»Nun, meine Mutter, so ist's!« antwortete die Tochter und warf zwei Schlangen und zwei Kröten aus.
»Himmel! Was sehe ich?« schrie die Mutter. »An all dem ist deine Schwester schuld, sie soll es büßen!«
Sie lief, um die jüngere durchzuprügeln. Das arme Mädchen ergriff die Flucht und versteckte sich im Walde. Da kam der Königssohn von der Jagd zurück, sah sie, und weil sie so schön war, fragte er sie, warum sie so allein im Walde sei und warum sie so weine.
»Ach, mein Prinz«, antwortete sie, »meine Mutter hat mich aus dem Hause gejagt.«
Der Prinz, der aus ihrem Munde ein halbes Dutzend Perlen und Diamanten kommen sah, bat sie um Erklärung dieser schönen Sonderbarkeit. Sie erzählte und erklärte ihm, worauf er sich sogleich in sie verliebte, und bedenkend, daß eine solche Gabe mehr wert sei als irgendeine Mitgift irgendeiner Königstochter, nahm er sie mit heim in seinen Palast und heiratete sie.
Ihre Schwester, die durch die Gabe, Schlangen und Kröten zu sprechen, nicht gewonnen hatte und in deren Umgebung es immer unangenehmer wurde, überwarf sich zuletzt auch mit der Mutter, die sie aus dem Hause jagte. Nachdem sie lange unstet in der Welt umhergeirrt, und da niemand eine Person, die Schlangen und Kröten sprach, bei sich aufnehmen wollte, ging sie im wilden Walde jämmerlich zugrunde.
Irischer Neujahrsgruß:
Nimm Dir Zeit zu Denken
- das ist die Quelle der Macht.
Nimm Dir Zeit zu arbeiten
- das ist der Preis des Erfolges.
Nimm Dir Zeit zu spielen
- das ist das Geheimnis der ewigen Jugend.
Nimm Dir Zeit zu lesen
- das ist dass Grundlage der Weisheit.
Nimm Dir Zeit freundlich zu sein
- das ist der Weg zum Glück.
Nimm Dir Zeit zu träumen
– das ist dein Gefährt zu einem Stern.
Nimm Dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden
- das ist das Vorrecht der Götter.
Nimm Dir Zeit, Dich umzusehen
- der Tag ist zu kurz um selbstsüchtig zu sein.
Nimm Dir Zeit zu lachen
- das ist Musik für Deine Seele.
Lebe das kommende Jahr!
2025 Schwartzsche Villa
2022 Inngeborg-Drewitz-Bibliothek
Lesung aus dem Werk "Tutti Frutti" des Fürst Pücklers begleitet mit Musik. Das heute fast vergessene Werk, war seiner Zeit ein Bestseller! Mit allerhand lustigen Begebenheiten beschreibt Pückler nicht nur persönliche Erlebnisse sondern auch beschreibt auch sehr amüsant das Gesellschaftliche Leben seiner Zeit. Auch wenn der Herbst schon deutlich spürbar war bot das Artrium der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek einen wunderbaren Ort. Einen ganz herzlichen Dank an die Stadtbibliotheksteglitz und Draussenstadt
(das obige Datum ist das Erstellungsdatum des Beitrages. Termin ist der genannte Termin auf dem Plakat)
Gefördert aus Mitteln der Senatsverwaltung für Kultur und Europa / Initiative Draussenstadt:
